HERSTELLER- UND HÄNDLERGARANTIEN SIND FREIWILLIGE LEISTUNGEN

Eine Garantie ist unabhängig von Ihrem Recht auf gesetzliche Gewährleistung

Die neue Kaffeemaschine ist erst kurz in Betrieb und schon fängt der Ärger an: Das Mahlwerk streikt. Was sollten Sie beachten, wenn Sie Ihren Kauf reklamieren möchten? Handelt es sich um einen Defekt oder um einen Mangel? Sie haben ein Wahlrecht: Sollten Sie sich eher auf die Garantie oder die sogenannte Mängelhaftung (Gewährleistung) berufen? 

 

Wichtig zu wissen:

  • Der Kauf von gebrauchten Waren von Privatpersonen (z. B. bei EBay-Kleinanzeigen) unterliegt nicht der Gewährleistung! Allerdings muss im Verkaufstext diese Gewährleistung explizit ausgeschlossen sein. Anderenfalls haftet der private Verkäufer 12 Monate.
  • Die Beanstandung immer schriftlich einreichen.
  • Den Mangel/Defekt möglichst ausführlich dokumentieren.
  • Im Gewährleistungsfall trägt der Händler die Versandkosten

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Händler oder Hersteller können die Dauer und die Bedingungen der Garantie bestimmen.



Worin besteht der Unterschied zwischen einer Gewährleistung und Garantie?

Voraussetzung: Sie kaufen eine Neuware oder Gebrauchtware im Handel oder bei einem Hersteller.

Gewährleistung - diese gestezlichen Vorgaben gelten:

  • Händler müssen auf Neuwaren zwei Jahre, auf Gebrauchtwaren ein Jahr Gewährleistung einräumen
    (§ 437 BGB und § 438 BGB)
  • sie greift bei Sachmängeln, nicht bei selbstverschuldeten Mängeln
  • Im Falle der Gewährleistung muss der Defekt/Mangel bereits beim Kauf vorgelegen haben.
  • Dem Händler wird eingeräumt, das Produkt entweder zu reparieren oder nachzubessern.
  • Sie können Ihr Geld zurückverlangen, wenn die Reparatur zweimal gescheitert ist oder hat der Händler das Produkt vergeblich ausgetauscht hat.

Der Händler/Verkäufer verneint einen Defekt/Mangel:

  • in den ersten 6 Monaten nach dem Kauf muss er dieses beweisen
  • nach Ablauf von 6 Monaten müssen Sie den Defekt/Mangel beweisen - und sind auf die Kulanz des Verkäufers angewiesen.

Garantie-Leistungen sind keine gesetzliche Pflicht:

  • Hersteller und auch Händler können den Umfang oder die Dauer der freiwilligen Leistungen selbst bestimmen.
  • sie greift auch bei selbst verschuldeten Mängeln
  • Oft werden ein bis zwei Jahre Funktionsfähigkeit (bei normaler Nutzung) angeboten. Ein Defekt/Mangel muss hier nicht beim Kauf vorgelegen haben.
  • Verschleißteile zählen oft nicht zu den gewährten Garantieleistungen.

Neue Entscheidung des Verbraucherschutzministeriums (06/2021):

Diese Beweislastumkehr von sechs Monaten wurde auf ein Jahr verlängert. Die neue Frist gilt voraussichtlich ab dem 1. Januar 2022.

 

Zur Website des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV ).