WIDERUFSRECHT FÜR DEN VERBRAUCHER, INFORMATIONSPFLICHT FÜR DAS UNTERNEHMEN

Im Geschäft beraten, später online gekauft: Handelt es sich um einen Fernabsatzvertrag?

In diesem Falle: nein. Denn Anbieter und Verbraucher dürfen sich weder bei der Vertragsverhandlung (auch Beratung), noch beim Vertragsabschluss körperlich begegnen.

Zwei Beispiele: Fall A) Die Beratung über eine Dienstleistung erfolgt im stationären Handel, der Kunde möchte noch überlegen und kauft dann später online.

Fall B) Es findet ein telefonisches Beratungsgespräch statt, der Vertriebler besucht daraufhin den Kunden, und dieser unterschreibt den Kaufvertrag.

Als Dienstleistungen gelten diese Verträge, wie z.B.

  • Dienstvertrag
  • Geschäftsbesorgungsvertrag
  • Mietvertrag
  • Werkvertrag
  • Maklervertrag
  • Partnerschaftsvermittlung
  • Vermittlung von Reiseleistungen

Die Rechtsgrundlagen finden sich in den §§ 312 c bis § 312 k BGB.

Wir beraten Sie gern über Ihre Rechte als Verbraucher, insbesondere über Ihr Widerrufsrecht. Dieses gilt in der Regel 14 Tage - sei es nach Vertragsabschluss oder nach Erhalt der bestellten Ware.

 

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Was sind Fernkommunikationsmittel?

Zur Anbahnung oder zum Abschluss eines Vertrags können eingesetzt werden

  • Briefe
  • Kataloge
  • Telefonanrufe
  • Telekopien
  • E-Mails
  • über den Mobilfunkdienst versendete Nachrichten (SMS) und Messenger (Whatsapp)
  • Rundfunk
  • Telemedien

Ein Fernabsatzvertrag regelt die  Lieferung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen zwischen Unternehmer und Verbrau-cher. Dafür werden ausschließlich  Fernkommunikationsmittel genutzt.


Click & Collect während der Corona-Maßnahmen sind kein Fernabsatz

Diese Verträge sind keine Fernabsatzgeschäfte, wenn der Händler keinen Versand anbietet und der Kauf erst bei der Übergabe der Ware zustande kommt. Das gilt auch für Kunden, die ihre Artikel online nur reservieren.

 

Diese selbst abholten Waren

  • haben kein Widerrufsrecht, es sei denn, der Verkäufer hat eins eingeräumt
  • eventuell räumt der Verkäufer ein Umtauschrecht ein, da aufgrund der Hygienemaßnahmen die Ware nicht anprobiert werden konnte.

Click & Meet-Verträge während der Corona-Maßnahmen

Bei einer Terminvereinbarung im Geschäft können Sie z. B. vorher reservierte Kleidung anprobieren. Ein Widerrufsrecht steht Ihnen bei diesen Verträgen nicht zu.