NICHT NUR FÜR ÄLTERE KANN DIE RECHTZEITIGE REGELUNG DES NACHLASSES SINNVOL SEIN

Ein Testament regelt Ihre Vorstellungen und Wünsche außerhalb der gesetzlichen Erbfolge

Wenn Sie selbstbestimmt über Ihren Nachlass verfügen möchten, sollten Sie sich rechtzeitig Gedanken darüber machen, wer welche Vermögens- oder Sachwerte erben soll, ohne dass die gesetzliche Erbfolge eingehalten werden muss oder wen Sie sogar enterben möchten.

Dabei ist wichtig, dass Sie testierfähig sind und selbstständig über Ihr Testament verfügen können, d.h. ab Volljährigkeit und nicht geistig eingeschränkt bzw. dement sind.

Es gibt unterschiedliche Testament-Arten, die sich inhaltlich und fomal unterscheiden. Ihre Fragen dazu beantworten wir im persönlichen Gespräch gern und geben Ihnen hier einen kurzen Überblick:

  • handschriftliches Testament: rein handschriftlich verfasst, Ort, Datum, eigenhändige Unterschrift des Erblassers; kann / muss nicht beim Notar hinterlegt werden.
  • Berliner Testament: Partner setzen sich als
    Alleinerben ein (s.u.), Schlusserben müssen ausdrücklich benannt werden.
  • Gemeinschaftliches Testament: Zwei (Ehe)Partner bekunden in einem gemeinsamen Dokument ihren letzten Willen. Es muss von beiden unterschrieben sein.
  • Notarielles Testament: Das vom Notar aufgesetzte Testament wird entweder bei diesem oder im Nachlassgericht verwahrt. Im Erbschaftsfall werden die Erben benachrichtigt und es wird verlesen.

Weitere Testamente sind das Behindertentestament oder das spezielle Nottestament.

Neben den unterschiedlichen formalen Bedingungen muss jedes Testament bestimmte Inhalte darstellen, sodass wir für eine eindeutige Nachlassregelung immer eine fachliche Unterstützung vorschlagen.

 

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Was regelt ein Testament?

Sie legen fest, welche Personen welchen Anteil Ihres Nachlasses erhalten sollen: Sie bestimmen

  • einen Alleinerben (und seinen Ersatzerben)
  • eine Erbengemeinschaft
  • Erben zu unterschiedlichen Teilen
  • Sie regeln auch die sog. "Vor- und Nacherbschaft", d.h., der Nachlass kann zeitlich versetzt an Ihre Erben weitergegeben werden.
  • Eine Enterbung: Hier geht es um einen Pflichtteilsentzug nach § 2333 BGB - dieser setzt allerdings gewisse, schuldhafte und schwerwiegende Handlungen des Berechtigten voraus. Daneben gibt es die Einigung zwischen Ihnen und dem Berechtigten, den Pflichtteilsverzicht, für Letzteren in Form einer Abfindung etc.
  • Vollstreckung: Einen Testamentsvollstrecker einzusetzen kann sinnvoll sein, wenn Sie bei Erbengemeinschaften um Streitigkeiten fürchten, Minderjährige oder Menschen mit Behinderungen geschützt werden sollen - oder Sie einfach Ihren Qunsch absichern möchten. Sie können dazu jede Person / oder mehrere bestimmen.

Was regelt das Berliner Testament?

Das Berliner Testament regelt den Nachlass unter Ehepartnern. Der Partner wird als Alleinerbe des gesamten Nachlasses eingesetzt. Die gesetzliche Erbfolge wird damit zunächst umgangen. Verzichten die potenziellen Pflichtteils-berechtigten in diesem Falle, so erben sie als Schlusserben nach dem Tod des zweiten Partners den gesamten Nachlass.

Pflichtteil trotz Berliner Testament?

Kinder haben einen Anspruch auf zwei Pflichtteile beim Berliner Testament – je einen pro Elternteil. Der erste Pflichtteilsanspruch kann mit dem Eintritt des ersten Erbfalls, der zweite mit dem Tod des verbliebenen Elternteils geltend gemacht werden.

Als überlebender Ehepartner müssen Sie die geltend gemachten Pflichtteilsansprüche begleichen! Sinnvoll ist es, eine Strafklausel im Berliner Testament einzufügen, welche die finanzielle Belastung reduzieren soll. Hier können Sie sich auf unsere Erfahrung verlassen!

Fordert ein Kind seinen Pflichtteil trotzdem ein, so ist es beim Ableben des zweiten Elternteils automatisch enterbt und nur noch pflichtteilsberechtigt. Wirtschaftlich kann es sinnvoller sein, auf den Pflichtteil zu verzichten und Schlusserbe zu werden.

Klauseln im Testament

  • Sozinische Klausel: Erfüllen Sie als Erbe die im Testament auferlegte Bedingung nicht, können Sie Ihr Erbrecht verlieren. Sie haben natürlich das Recht, Ihr Erbe auch auszuschlagen.
  • Salvatorische Klausel: Sie sorgt dafür, dass, sollten im Testament gesetzlich unwirksame Formulierungen stehen, diese a) nicht zu dessen gänzlicher Unwirksam-keit führen und b) gesetzliche Bestimmungen greifen, die dem Gewollten rechtlich nahekommen.

Das Berliner Testament kennt die

  • Pflichtteilstrafklausel: Kinder dürfen im ersten Todesfall keinen Pflichtteil geltend machen
  • Jastrowsche Klausel: verstärkt die Pflichtteilsstraf-klausel und sichert die Schlusserben-Ansprüche
  • Freistellungsklausel: Der Überlebende darf Inhalte des Testamentes ändern.
  • Wiederverheiratungsklausel: Regelt den Nachlass des Verstorbenen für die Schlusserben im Falle einer neuen Eheschließung.

Möchten Sie ein Testament erstellen, abändern und durch einen Anwalt rechtlich absichern lassen? Wir sind Ihre Ansprechpartner für Erbrecht in der Region Braunschweig.